Aus Stromstation wird Jugendhilfestation

25.02.2016

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Neue Nutzung für früheres Technikgebäude an der Leibnizstraße ab Ende 2016


Ein markantes Gebäude zwischen Unna und Königsborn verteilte ein halbes Jahrhundert lang Strom an Hunderte Haushalte und Unternehmen. Künftig verteilt die ehemalige Trafostation pädagogische Hilfe für Jugendliche. Die stillgelegte Trafostation an der Leibnizstraße wird zur Jugendhilfestation Unna. Der Umbau des markanten Technikgebäudes zu einem dreigeschossigen Gebäude mit Büros und Schulungsräumen hat begonnen. Die "Kinder- und Jugendhilfekonzepte Unna" (KJHK) und das "Institut für soziale Entwicklung"(ISE) werden dieNutzer sein. Beide sind freie Träger der Jugendhilfe. Sie haben derzeit ihre Büros an zwei Standorten in Unna. Nun soll die organisatorische Arbeit an der Leibnizstraße gebündelt werden. "Dort haben wir einen für alle gut erreichbaren Standort, der überdies genug Platz bietet, unsere Angebote sinnvoll zu bündeln", sagtFrank Adam. Er ist gemeinsam mit Frank Vogt Gründer und Geschäftsführer von KJHK und ISE. Der neue Standort zwischen Unna und Königsborn biete eine optimale Sozialraumanbindung.

Die "E+S WohnungsbauGbR" hatte die Immobilie von den Stadtwerken gekauft und an die Jugendhilfeträger verkauft. "Es wäre eine Schande gewesen, dieses markante Gebäude verfallen zu lassen", sagt Immobilienentwickler Walter Schollmeier, der sich in dem Unternehmen engagiert. Gemeinsam mit dem Architekturbüro Ehrenberg entwickelte er ein Konzept für den Umbau und die Vermarktung des Gebäudes. Endlich liege nun auch eine Baugenehmigung vor. Handwerksunternehmen, vor allem aus der hiesigen Region, beginnen jetzt mit dem Umbau mit rund 800 Quadratmetern Nutzfläche als Zielgröße. In dem Gebäude war früher elektrische Schalttechnik untergebracht. Es handelt sich im Wesentlichen um eine große Halle. Durch das Einziehen von neuen Decken sollen im Bestandsgebäude zwei Etagen für Büros entstehen. Auf das Dach lassen die Entwickler ein weiteres Geschoss in Fertigbauweise setzen. Dort sollen Schulungsräume entstehen. Der Keller werde für Lagerung und Computerserver dienen. Der Charakter des markanten Gebäudes soll erhalten bleiben. Die hohen Fenster etwa wird die Jugendhilfestation behalten. Der Schriftzug "Alte Trafostation Unna" soll an die Vorgeschichte erinnern. Der Architekt musste aber auch der neuen Nutzung Rechnung tragen. Treppenhaus und Fahrstuhl hätten nicht in das Gebäude eingebaut werden können. Sie werden deshalb mittig an die Nordseite des Gebäudes gesetzt. Aktuelle Brandschutzvorgaben machen außerdem eine Rettungstreppe an der Ostseite nötig. Auf dem Gelände an der Leibnizstraße sollen ausreichend Parkplätze für die neuen Nutzer eingerichtet werden. Ende dieses Jahres soll alles fertig sein.

Platz für Büros und Seminare

Jugendhilfe erfolgt stationär oder ambulant

Wenn ein Jugendlicher schwerwiegende Probleme hat, also beispielsweise in seiner Familie oder im schulischen Umfeld ohne Hilfe nicht zurechtkommt, kann sich das städtische Jugendamt an einen Jugendhilfeträger wenden, wie er nun in die frühere Stromstation einziehen will. KJHK bietet stationäre Jugendhilfe, bringt also die Klienten in betreutem Wohnen unter. Ziel sei die Vorbereitung des jungen Menschen auf die Verselbstständigung, sagt Frank Adam. Er ist neben Frank Vogt Geschäftsführer der beiden Jugendhilfeanbieter. KJHK ist der stationäre Zweig, ISE der ambulante. Je nach Alter, Hintergrund und Situation kann es auch sinnvoll sein, dass der Jugendliche nicht sein Umfeld verlässt und andernorts untergebracht wird, sonders dass die Fachleute zum ihm kommen. Sozialarbeiter also besuchen in diesen Fällen die Familien, unterstützen und begleiten bei der Problemlösung. KJHK und ISE haben zusammen 25 pädagogische Mitarbeiter plusstudentische Praktikanten. Am neuen Standort Leibnizstraße, in der Jugendhilfestation, sollen künftig alle Anfragen ankommen. Die Zentrale koordiniert dann, welche Form der Jugendhilfe wie erfolgen soll. "Wir verstehen das neue Gebäude zudem als Zentrum für pädagogische Fort und Weiterbildung", sagt Geschäftsführer Frank Adam. Sowohl das ISE als auch andere Anbieter sollen an der Leibnizstraße die Möglichkeit haben, Seminare, Lehrgänge oder Workshops für Mitarbeiter aus der Kinder- und Jugendhilfe anzubieten.

 

Mit freundlicher Unterstützung der Redaktion des Hellweger Anzeigers Unna, Herr Raulf.